Antisemitische Karikaturen in sächsischen Tageszeitungen im Kontext der Pogrome (5): ‚Langsam beginnt es zu dämmern‘

Ausländische antisemitische Karikaturen kamen im Dresdner ‚Freiheitskampf‘ nochmals am 20. November 1938 zum Abdruck.

‚Judas Fratze‘

Unter dem Titel ‚Langsam beginnt es zu dämmern. Judas Fratze von Karikatur-Zeichnern des Auslandes erkannt und entlarvt‘ bringt das Blatt eine ganze Seite mit acht Karikaturen. Zu sehen sind eine ‚jüdische Spinne‘, die den Erdball umklammert sowie weitere ausdrücklich antisemitische Zeichnungen, die die angebliche Ausbeutung und den Missbrauch durch ‚jüdische Geldprotzer‘ zeigen.

Die Karikaturen stammen aus einschlägigen Blättern: Fünf Stück wurden der französischen Zeitschrift ‚Je suis partout‘ entnommen. Je eine Zeichnung stammt aus dem Den Haager ‚Het Vaderland‘, dem Antwerpener ‚Volksverwering‘, dem Organ der gleichnamigen antisemitischen Bewegung, und dem Bukarester ‚Porunka Vremii‘ [Porunca Vremii, Kommando der Zeit].

Auch hier erfolgte die Verwendung der Karikatur als einfaches Mittel zur Vermittlung politischer Inhalte – hier eines vehementen Antisemitismus – im Rahmen der antijüdischen und gleichzeitig die Gewalt rechtfertigenden Kampagne nach den Novemberpogromen.

In der gleichen Ausgabe brachte das Blatt zudem die ebenfalls antisemitische Karikatur ‚Unser Geld!‘ von Walter Hofmann, die auch in der ‚NS-Zeitung für Bautzen‘ erschienen war.

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