Gedenkjahr 2018 (6): Radebeul

Auch in vielen kleinen Orten wird anlässlich des 80. Jahrstages der Pogrome am 9. November 2018 an die Ereignisse und überhaupt an die Schicksale von als Juden verfolgten Menschen, die vor Ort lebten oder zur Zwangsarbeit gezwungen waren, erinnert.

Erinnerungskultur in Radebeul

Auch in Radebeul wird an den Jahrestagen der Novemberpogrome an die Schicksale von als Juden verfolgten Einwohnern erinnert. In diesem Jahr steht das Schicksal der Familie Freund im Mittelpunkt, für die in der Moritzburger Straße 1 wohnten und in der Schoa umkamen. An sie erinnern heute Stolpersteine. Schüler der Oberschule Kötzschenbroda gestalten um 14 Uhr eine Gedenkminute und das symbolische Putzen der Steine.

Vom Pogrom betroffen

Tatsächlich betroffen war von den Pogromereignissen in Radebeul Wilhelm Schaye, der am 13.11.1938 in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert wurde. Der 1891 geborene Schaye, der im Radebeuler Adressbuch von 1938 als Handelsvertreter genannt wird (Augustusweg 1), wurde am 1. Dezember 1938 wieder aus dem Lager entlassen – er selbst deutete dies so, dass sein Fronteinsatz und sein Ehrenkreuz für die Teilnahme am Ersten Weltkrieg hierfür ausschlaggebend gewesen seien (vgl. Lewek, Ingrid; Tarnowski, Wolfgang: Juden in Radebeul 1933 – 1945, erw. u. überarb. Ausg., Radebeul 2008, S. 32).

Schaye überlebte die Zeit der Verfolgung. Er starb 1974 in Dresden. Seine Mutter Ida kam im Konzentrationslager Theresienstadt 1942 ums Leben.

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