Gedenkjahr 2018 (10): Schändung

Stolpersteine gehören heute in Sachsen zum zentralen Bestandteil eines dezentralen Erinnerns an Menschen, die von den Nationalsozialisten als Juden, aber auch als Widerstandskämpfer, Zeugen Jehovas, wegen ihrer Behinderung oder psychischen Erkrankung oder als Homosexuelle verfolgt waren. Auch in Chemnitz wurden erst in diesem Jahr neue Steine verlegt.

Steine putzen

In vielen sächsischen Städten haben die Initiatoren der Stolpersteine – Vereine wie Privatpersonen – in den letzten Jahren die Praxis etabliert, die Steine am 9. November zu putzen, mit Kerzen sowie zusätzlichen biografischen Informationen zu versehen. In Chemnitz wurden aus Anlass des Pogromerinnerns Steine bereits am 8. November geputzt.

Schändung

Dieses Jahr wurden 13 der inzwischen 195 in Chemnitz verlegten Stolpersteine rund um den 9. November von Unbekannten beschmiert und nachhaltig beschädigt. Deutlich macht dies vor allem eins: Die Anfechtung einer historisch gewachsenen, das demokratische Grundverständnis nachhaltig mitprägenden Erinnerungskultur durch mutmaßlich auch in diesem Fall nationalistisch-rechte Kreise. Doch gerade gegen solche Übergriffe steht die Mahnung der Pogromgewalt und der nationalsozialistischen, menschenverachtenden Verfolgungspraxis: Wehret den Anfängen!

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