9. November (2): Der Abriss des Mendelssohn-Denkmals in Leipzig 1936

Zwei Jahre vor den Novemberpogromen ließ der stellvertretende Bürgermeister von Leipzig, Rudolf Haake (1903–1945), das 1892 errichtete Denkmal für den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy abreißen. Mendelssohn Bartholdy galt den Nationalsozialisten als ‚verfemt‘ und schon mehrfach hatten sie sich um die Entfernung des Denkmals bemüht.

Der Abriss des Denkmals

Haake, der seit 1925 der NSDAP angehörte, nutzte  eine Abwesenheit des Leipziger Oberbürgermeisters Carl Friedrich Goerdeler (1884–1945). In der Nacht zum 10. November ließ er den Abriss durchzuführen und opponierte damit abermals gegen den NSDAP-distanzierten Kurs Goerdelers, der in der Folge aus dem Amt schied. Haake übernahm dann bis zum Oktober 1937 kommissarisch das Oberbürgermeisteramt.

Gedenkstein, Büste und Rekonstruktion

Schon 1946 wurden zunächst ein Gedenkstein und im Folgejahr eine Mendelssohn-Büste eingeweiht. Im Oktober 2008 wurde schließlich eine Rekonstruktion des Mendelssohn-Denkmals eingeweiht.

 

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