Radiopropaganda nach den Pogromen

Der US-amerikanische Historiker Alan E. Steinweis gilt als einer der besten Kenner der Ereignisse der Pogrome vom November 1938.

Radio und Pogrom

Bei seinen Recherchen zu der antisemitischen Gewalt warf Steinweis auch einen Blick auf das deutsche Radioprogramm. Er stellte fest, dass nach den Pogromen nicht nur in den Zeitungen eine wüste antisemitische Propagandakampagne angefahren worden war, sondern auch im Radio. Seien in den Wochen zuvor kaum antisemitische Sendungen gelaufen, habe es danach eine große Zahl an entsprechenden Beiträgen gegeben, darunter solche zur Propagandaausstellung „Der ewige Jude“, zur „Judenfrage“, zu „jüdischer“ Kriminalität, zu den Rothschilds oder zu den Juden in den USA und der Sowjetunion.

Im Dezember habe die Anzahl der antisemitischen Beiträge dann abgenommen. Diese blieben aber weiterhin Bestandteil des Programms. Auch hier lässt sich eine ähnliche Tendenz auch für die Pressepropaganda feststellen.

Beide, Zeitung und Radio, erreichten auch die Hörer in Sachsen – jene, die verfolgt wurden, ebenso wie jene, die verfolgten oder zusahen.

Zur Lektüre: Steinweis, Alan E.: Kristallnacht 1938, Cambridge/London 2009.

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